Wissenschaft-Praxis Partnerschaften am DIPF

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Das Fundament, auf dem TransferForce aufbaut

Im Arbeitsbereich BETTER beschäftigen wir uns seit einigen Jahren mit der Erforschung des Dialogs und der Zusammenarbeit zwischen Bildungsforschung und Schulpraxis. Besuchen Sie BETTER für einen Überblick unserer Projekte.

Im Vorgänger-Projekt Peers4Practice haben Lehrkräfte und Bildungsforschende (Doktorand*innen und Postdocs) in Tandems über 18 Monate kooperiert und das Boundary Crossing am eigenen ko-konstruktiven Projekt erlernt. Ziel war es, die Teilnehmenden bereits in frühen Karrierephasen für das Boundary Crossing zu motivieren und erste Brokering-Erfahrungen zu machen. Die Ergebnisse der umfassenden Evaluation des Programms sind in den Aufbau von TransferForce eingeflossen.

Der Aufbau von Wissenschaft-Praxis Partnerschaften

Im Rahmen des PaTH-Projekts haben wir von 2022 bis 2026 den Status quo von Wissenschaft-Praxis Partnerschaften in Deutschland untersucht und ihn dabei auch in Bezug zu internationalen Entwicklungen gesetzt. In einem ersten Meilenstein haben wir anhand eines Systematic Literature Review die Mechanismen von Wissenschaft-Praxis-Partnerschaften identifiziert und ein Modell entwickelt, welches zum einen als Grundlage für empirische und hypothesengeleitete Forschung zu Partnerschaften dienen kann und zum anderen Orientierung für den Aufbau und die Evaluation liefert. Dieses Modell wird auch in TransferForce Grundlage für die Vermittlung von Basiswissen über die Strukturen und Abläufe in Partnerschaften sein.

Besonders wichtig für das Funktionieren von Wissenschaft-Praxis-Partnerschaften sind demnach:

  • die strategische Planung: Beteiligung der relevanten Stakeholder, Broker*innen-Rollen, gemeinsame Ziele, formelle Vereinbarungen und klare Verantwortungsverteilung
  • die Arbeitsweisen und Aktivitäten der Partnerschaft
  • die Partnerschaftskultur
  • die Ressourcen der Partnerschaft: Finanzen, Zeit, Räumlichkeiten, Personal
  • der Forschungsansatz: partizipativ und ko-konstruktiv, praxisorientierte Dissemination

Neben diesen strukturellen Aspekten sind auch die Beziehungen zwischen den beteiligten Akteur*innen und Institutionen sowie kontextuelle Aspekte im Umfeld der Partnerschaften relevant für deren Funktionieren und Zielerreichung. Darüber hinaus zeigt unser Modell, dass Wissenschaft-Praxis-Partnerschaften häufig nicht ausreichend zeigen können, inwiefern sie tatsächlich zu einer Verbesserung von Bildung beitragen können (Impact). Auch diesen Fokus möchten wir im Rahmen des TransferForce-Programms stärken.

Ko-konstruktive Forschung

Bisher gibt es wenig konkrete Ergebnisse dazu, wie Ko-Konstruktion in verschiedenen Phasen des bildungswissenschaftlichen Forschungszyklus funktionieren kann. Viele Ansätze orientieren sich an Design-Based Research. Dies ist auch der Ansatz, den wir in TransferForce vermitteln, erproben und evaluieren.

Bi-direktionaler Wissenstransfer

Am DIPF stärken wir den kontinuierlichen Austausch zwischen Bildungsforschung und Schulpraxis nicht erst in der Phase der Dissemination von Forschungsergebnissen. Wir sehen beide Seiten – Forschung und Schule – in der Verantwortung, ihr spezifisches Wissen in den jeweils anderen Bereich zurückzuspielen. Durch das Feedback aus der Praxis kann sich Forschung viel schneller und flexibler an den Entwicklungen und Herausforderungen der Schule ausrichten. Gleichzeitig braucht die Schule den Input aus der Forschung, um ihre Handlungslogiken an den empirischen Ergebnissen auszurichten und nicht zuletzt, um sich kontinuierlich zu reflektieren. Einen systematisch integrierten, automatisierten Austausch halten wir daher für notwendig. In verschiedenen Projekten fördern wir diesen Austausch und evaluieren ihn kontinuierlich. In Campusschulen findet der Austausch vor allem auf der Ebene der Schulleitungen und Forschenden statt. In Kontext Grundschule entwickeln Lehrkräfte, Bildungsforschende und Wissenschaftskommunikator*innen gemeinsam Texte zur praxisorientierten Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse. In Peers4Practice haben wir Lehrkräfte in frühen Karrierestadien und Nachwuchsforschende über 18 Monate in den Dialog gebracht und gemeinsam Projekte entwickeln lassen.